Ich lebe gerade einfach. Bewusst einfach. Auf einem Pferdehof in Portugal, auf Zeit. Und dieser März lehrt mich etwas, das ich eigentlich schon kannte – das aber gerade wieder auftaucht. Laut und leise zugleich. Körperweisheit, Präsenz und Selbstführung sind hier nicht nur Begriffe sondern Verkörperung.
Ankommen, bevor etwas passiert
Es ist früh. Der Hof riecht nach Erde und Stroh und feuchtem Holz. Ich gehe Richtung Pferdestall und stehe neben einem Pferd – und tue nichts.
Kein Programm. Kein Ziel. Kein nächster Schritt. Nur da sein.
Und das Pferd merkt es sofort. Nicht, was ich sage. Nicht, was ich plane. Sondern wie ich bin. Ob ich wirklich angekommen bin – oder nur körperlich anwesend.
Pferde besitzen durch ihr großes Herz ein besonders starkes elektromagnetisches Feld. Viele Menschen (und ich bin eine davon!) erleben in ihrer Nähe Ruhe, Verbundenheit und eine Öffnung des Herzens. In der spirituellen Pferdearbeit gilt ihre Energie deshalb als kraftvoller Spiegel für Gefühle und als Einladung, wieder mehr ins Herz zu kommen. Genau darum geht es doch. Darum hat mich das Hochwasser hierhergeführt, da bin ich mir sicher.
Was Pferde spüren, was wir übersehen

Pferde lügen nicht. Sie reagieren nicht auf Konzepte. Nicht auf Rollen. Nicht auf Fassaden. Sie reagieren auf das, was tatsächlich in mir ist. Meine Anspannung. Mein Zögern. Den Moment, in dem ich aufhöre, an gestern oder morgen zu denken – und wirklich hier bin.
In diesem Moment verändert sich etwas. Das dachte ich erst gar nicht. Es ist auch keine dramatische oder laute Veränderung. Aber absolut spürbar und beeindruckend.
Das Pferd kommt näher. Oder atmet tiefer. Oder dreht den Kopf zur Seite – als ob es sagt: Jetzt ist es gut. Diese Stille die da herrscht ist keine Leere. Sie ist Kontakt.
Ein einfaches Leben und was es zeigt
Ich lebe gerade mit wenig. Rhythmus statt Kalender. Morgenluft statt Meetingstruktur. Körper statt Konzept.
Und ich merke: Wie wenig es eigentlich braucht, um sich wirklich zu fühlen.
Nicht optimiert. Nicht produktiv. Sondern – lebendig. Und das ist keine Romantisierung des Einfachen.
Es ist eine Erinnerung, die ich mit euch teilen möchte.
Eine Erinnerung daran, dass der Körper ein Kompass ist. Dass Stimmigkeit sich anfühlt – bevor sie sich erklären lässt. Dass wir oft schon wissen, was wir brauchen. Nur nicht mehr daran gewöhnt sind, hinzuhören.
Der März lädt ein nicht zu mehr sondern tiefer
Der März hat diese besondere Qualität. Er ist noch nicht warm. Aber er öffnet sich schon. Die Natur macht keinen Sprung. Sie beginnt langsam. Tastend. Fast zögernd. Und genau darin liegt die Einladung. Nicht: Was muss ich jetzt angehen? Sondern: Was will sich zeigen?

Nicht Optimierung. Nicht Beschleunigung. Sondern Spüren, wo du gerade stehst. Balance bedeutet nicht Stillstand. Sie bedeutet: bewusst in Bewegung sein. Mit dir. Nicht gegen dich.
Was ich in dieser Zeit lerne
Ich begleite Menschen in Übergängen. Zwischen Klarheit und Nicht-Wissen. Zwischen dem, was war, und dem, was kommen will.
Und was ich hier auf dem Hof wieder lerne: Ausrichtung entsteht nicht im Kopf. Sie entsteht, wenn wir aufhören, uns zu erklären – und anfangen, uns zu spüren.
Ein Pferd zeigt das unbestechlich. Es folgt dir nur, wenn du dir selbst folgst.
Das gilt auch außerhalb des Hofes. In Führung. In Beziehungen. In Entscheidungen. Wer nicht bei sich ist, kann nicht wirklich da sein – für andere.
März. Körper. Erste Schritte.
Nicht der große Wurf. Nicht der perfekte Plan. Sondern der eine, ehrliche Schritt, der sich jetzt stimmig anfühlt. Dein Körper kennt ihn. Er hat ihn schon lange.
Vielleicht ist die Einladung dieses Monats einfach das: Langsamer werden. Nicht als Rückzug – sondern als Rückkehr. Zu dir.

Balance.
Wenn dieser Text etwas berührt hat, dann vielleicht weil du dich erinnerst:
Du weißt auch, wie sich Stimmigkeit anfühlt. Du hast es nur manchmal vergessen.
Nimm dir einen Moment.
Nicht um etwas zu verändern – sondern um wahrzunehmen, wo du gerade wirklich stehst.
Weitere Themen rund um Transformation, Natur, Selbstentwicklung und so vieles mehr siehst du in den anderen Blogartikeln hier.
Danke, dass du hier bist.
In deiner Wahrheit.
In deinem Mut.
In deinem Werden.
Mit Liebe,
Shanima
