Manchmal merke ich, wie schnell ich werde. Wie viel an mir zieht – Bilder, Worte, Impulse. Und dabei wird es still in mir, nicht aus Ruhe, sondern aus Überlagerung. In dieser Welt voller Aufmerksamkeit habe ich gelernt:
Wenn ich nicht bewusst innehalte, verliere ich die Verbindung. Genau hier beginnt Shanima – als leiser Raum, in dem Tiefe wieder Platz bekommt.

Die laute Welt und das Ziehen an unserer Aufmerksamkeit

Wenn ich durch die rohe Natur am Kraftplatz Anima gehe, spüre ich, wie laut die Welt geworden ist. Nicht unbedingt durch Geräusche, sondern durch das ständige Ziehen an unserer Aufmerksamkeit.
Ein Scroll. Ein Klick. Ein Impuls.

Plattformen sind so gebaut, dass wir reagieren – schnell, oft ohne nachzuspüren. Und wenn ich nicht achtsam bin, rutsche ich selbst hinein in dieses Tempo, das mich von mir entfernt.

Doch hier – zwischen Moos, Wind und Stille – gibt es nichts, das an mir zieht. Kein Algorithmus, der meine Aufmerksamkeit festhält. Nur der Wald. Mein Atem. Der Raum.

In diesen Momenten erinnere ich mich daran, warum ich Shanima gegründet habe.

Mein Weg ist leiser – und tiefer

Ich habe lange geglaubt, man müsse laut sein, um gehört zu werden. Dass Sichtbarkeit bedeutet, permanent präsent zu sein.
Doch irgendwann habe ich gespürt: Das ist nicht mein Weg.

Mein Weg ist nicht das laute Rufen nach Aufmerksamkeit – sondern das bewusste Halten von Raum. Echte Verbindung entsteht nicht durch Lautstärke, sondern durch Präsenz.

Ich möchte keine weitere Stimme sein, die in einem ohnehin überfüllten Raum ruft.
Ich möchte Orte schaffen, an denen Menschen sich wieder spüren. Wo nicht konsumiert, sondern angekommen wird. Wo Tiefe möglich ist.

Die leise Stimme die bleibt

Ich habe diesen Weg nicht geplant. Er hat sich gezeigt – manchmal klar, oft im Nebel. Und ehrlich gesagt: Es gibt immer wieder Momente, in denen ich zweifle.
An mir. An dem, was ich tue. Daran, ob dieser leise Weg in einer lauten Welt überhaupt Platz hat.

Manchmal frage ich mich, ob ich nicht einfach lauter, strategischer, „angepasster“ sein sollte.
Ob mein Vertrauen nicht naiv ist. Ob dieser Ruf, dem ich folge, wirklich trägt – oder ob ich mir etwas vormache.
Und trotzdem: Etwas in mir ist stärker. Ein inneres Wissen, das nicht aus Konzepten kommt. Ein Ruf, der leiser ist als die Zweifel, aber klarer.

In stillen Momenten, draußen in der Natur, spüre ich ihn am deutlichsten. Genau deswegen ist meine Zeit hier am Kraftplatz Anima für mich so etwas wertvolles. Denn dann weiß ich:
Das ist mein Weg. Nicht, weil er immer einfach ist. Sondern, weil er wahr ist.

Verbindung beginnt Innen

Verbindung entsteht nicht durch mehr Tun, sondern durch mehr Sein. Es ist leicht, Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber Tiefe entsteht dort, wo wir wirklich da bleiben – auch wenn es still wird.

Genau dort entsteht Vertrauen. Dort beginnt das Erinnern.

Erinnerung

Vielleicht ist das die Einladung dieser Zeit:
Nicht schneller, lauter, sichtbarer.
Sondern ehrlicher. Tiefer. Echter.

Ich glaube, genau dort liegt unsere Kraft –
in dem Mut, langsamer zu werden, zuzuhören
und das Echte wieder zuzulassen.

Dorthin zu lauschen, wo kein Algorithmus wirkt.
Wo Zweifel leise werden und Vertrauen Gestalt annimmt. Wo wir uns selbst wieder hören.

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