Es war das erste Mal, dass ich woanders war. Woanders als direkt Richtung Anima. Andere Route, ganz andere Zeitspanne, so bin ich schon am 15. Januar weggefahren aus Wien. Frankreich. Portugal. Am Ende dann gut einen Monat ein Pferdehof.
Und jetzt bin ich wieder hier am Kraftplatz Anima. Es fühlt sich an wie immer. Klar. Richtig. Still.
Unter zwei Kiefern

Mit Trailer. Hochwasser. Alles stand unter Wasser als ich damals zum Tor gefahren bin. „Oje, was habe ich da nur gemacht, warum bin ich hergekommen?“ so oder noch dramatischer waren meine Gedanken.
Kein schöner Anfang. Kein filmreifer Moment.
Und doch. War es absolut richtig. Das habe ich jeden Tag immer deutlicher gespürt.
Die Pferde kamen näher. Oder besser gesagt, ich traute mich näher an die Pferde ran und sie kamen einfach. Nicht weil ich etwas besonderes tat. Sondern weil ich aufhörte, etwas tun zu müssen. Das ist das spannende, was Tiere einem zeigen können. Wenn du still bist, kommen sie.
Wenn ich nicht bei den Pferden war, war ich am Land. Ich arbeitete an den Weinreben. Schnitt für Schnitt. Irgendwann ging das dann vollkommen automatisch. Die Erde unter den Händen. Mit meinen Gummistiefeln durch die teilweise sehr großen Wasserlacken.
Es war eine Stille, die schwer und weich zugleich war. Und langsam spürte ich: dieser Ort gehört ab jetzt auch zu mir.
Was Visionen mit uns machen
Ich hätte diesen Weg nicht geplant. Kein Mensch plant während Hochwasser zu einen Reiterhof zu fahren, wo der Besitzer einen via Facebook eingeladen hat.
Und doch. Irgendwann begann ich, meinen Gefühlen und den Bildern zu trauen, die in mir entstanden. So viel Potenzial was ich an diesem Ort gesehen und mehr noch gespürt habe. Meine täglichen Begegnungen mit den Pferden. Das intensive spüren ihrer Energie. Und mehr noch ihre Reaktionen auf meine Energie, einfach magisch und für mich absolut lebensverändernd.
Nicht laut. Nicht dramatisch. Nicht wie in irgendeinen Film. Einfach – real.
Das ist das, was ich gelernt habe: Visionen und das Vertrauen ins Leben zahlen sich aus. Nicht weil sie uns geben, was wir uns vorstellen. Sondern weil sie uns dorthin führen, wo wir gebraucht werden.
Und Mut? Mut sieht selten händeringend aus. Oft sieht er aus wie: trotzdem aufbrechen, trotzdem los fahren. Trotzdem ankommen. Trotzdem bleiben.
Kraftplatz Anima – Mein Jetzt

Vieles ist hier weggegangen. Sträucher. Bäume. Was jahrelang stand. Ende letzten Jahr war die Aufforstung hier am Kraftplatz mitunter einer der bewegendsten Momente, die ich hier jemals erlebt hatte. Ein zutiefst persönlicher Prozess, der für Außenstehende womöglich so gar nicht nachvollziehbar ist. Doch ist mit jedem Strauch und Baum irgendwie auch ein Teil von mir gegangen. Das Dickicht war wie mein Schutzpanzer.
Aufforstung bedeutet manchmal: erst leer werden. Und ich bemerke jetzt erst: Die Leere fühlt sich nicht mehr leer an. Und auch nicht so bedrohlich wie ich es anfangs empfind.
Sie fühlt sich weit an. Ein krass freier Raum. Zum Entfalten. Zum einfach Sein. Und zum wahrhaftigen Wirken, dem was ich spüre das kommen oder besser entstehen mag.
Nicht gemacht. Nicht erzwungen. Einfach da. So wie draußen in der Natur – so auch in uns.
Was, wenn genau das fehlt, wenn sich alles eng anfühlt? Nicht mehr Tun. Sondern weniger Festhalten. Loslassen ist kein Verlust. Es ist doch auch eine Vorbereitung. So spüre ich es zumindest mittlerweile immer mehr. Eine Vorbereitung auf das, was noch keinen Platz hatte. Vielleicht wächst genau dort etwas, wo du gerade denkst, dass nichts mehr ist.
Dem vertrauen, was du (eigentlich) schon weißt
Ich schreibe das nicht, um dich zu inspirieren. Ich schreibe es, weil es wahr ist. Weil ich selbst lange gebraucht habe, um dem zu trauen, was in mir wusste. Bevor der Verstand mitgemacht hat. Und bevor irgendjemand anders nickte, es „verstanden hat“.
Und weil ich glaube: Du weißt auch schon. Vielleicht weißt du es schon lange. Die Frage ist nur – lässt du es ankommen?
Mit diesen Blog möchte ich dir also zeigen wie es sein kann, wenn wir dem vertrauen, was wir eigentlich schon wissen. Wenn wir mit offenen Herzen sind und mit Mut, der tief in uns liegt, den Weg gehen, die Vision verwirklichen, die unsere ist.
Ich bin dankbar. Für jeden Ort, der mich empfangen hat. Für jedes Tier, das näher kam am Pferdehof und nun hier am Kraftplatz Anima. Für jeden Moment, in dem ich nicht wusste – und trotzdem weiterging.
Das ist kein Mut, den man lernt. Das ist einer, den man lebt. Schritt für Schritt. Ort für Ort. Immer näher zu dem, was wahr ist.

Spüre
Was in dir wartet darauf, gesehen zu werden?
Welche Vision hast du schon länger – und noch nicht angenommen? Du musst nichts beweisen. Nicht mal dir selbst.
Du darfst einfach spüren, was wahr ist.
Weitere Themen rund um Transformation, Natur, Selbstentwicklung und so vieles mehr siehst du in den anderen Blogartikeln hier.
Danke, dass du hier bist.
In deiner Wahrheit.
In deinem Mut.
In deinem Werden.
Mit Liebe,
Juliane Petsch, Gründerin von Shanima und Hüterin des Kraftplatz Anima
