Ich habe wieder einige Zeit nichts geschrieben. Nicht weil nichts passiert ist – eher im Gegenteil. Manchmal ist es so, dass etwas erst gelebt sein will, bevor es „nach außen getragen“ wird . Genau darum handelt es sich hier. Um einen Text, persönlich und vollkommen ehrlich. Aus dem, was gerade wirklich da ist.

Warum ich mir Stille erlaubt habe – und was sie mir zurückgegeben hat

Es hat Wochen gegeben, in denen ich wenig nach außen gegeben habe. Wenig geschrieben, wenig gezeigt. Und doch waren es keine leeren Wochen. Im Gegenteil. Für mich bedeutet Stille jedoch keine Pause vom Leben. Sie ist der Raum, in dem das Leben erst richtig hörbar wird.

Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich klingt. Wir leben in einer Welt, die Aktivität belohnt. Sichtbarkeit, Output, das Gefühl, immer irgendwie in Bewegung zu sein. Ich kenne den Sog. Und ich kenne die leise Frage, die auftaucht, wenn es ruhig wird: Bin ich genug, wenn ich gerade einfach bin?

Dabei bekomme ich in der Stille immer wieder die Antwort: Ja. Doch, Stille darf man sich nehmen. Nicht nur wenn man erschöpft ist. Sondern als bewusste Entscheidung. Als Akt der Selbstachtung.

Was diese Stille mir gegeben hat? Klarheit, die sich nicht erzwingen lässt. Und die langsame Erkenntnis, dass ehrliche Innenschau nicht bedeutet, Dinge zu analysieren – sondern sie zu fühlen. Durchfließen zu lassen. Ohne gleich etwas damit machen zu müssen.

Fühlen statt denken – und warum mir das Mut gekostet hat

Ich lebe viel im Kopf. Das soll jetzt keine Selbstkritik sein, es ist einfach wahr. Ich denke, analysiere, strukturiere. Und das hat seinen Wert. Aber irgendwann merkt man: Der Kopf kann erklären. Der Körper weiß.

In der heutigen Welt kommen wir oft viel zu kurz mit dem, was wirklich bewegt. Nicht mit Information. Nicht mit Konzepten. Sondern mit dem, was berührt. Was ein Gefühl auslöst. Was bleibt, wenn die Worte schon längst verpufft sind. Das kenne ich aus meiner eigenen Arbeit – und mehr noch ich kenne es von mir selbst.

Das zu verändern kostet Mut. Es bedeutet, weniger zu erklären und mehr zu zeigen. Weniger zu füllen und mehr Raum zu lassen. Es geht nicht darum, Köpfe mit Information zu füllen. Es geht darum, etwas zu berühren.

Aufbrechen zum Kraftplatz Anima – warum ich immer wieder gehen „muss“

Jetzt breche ich wieder auf. Zum Kraftplatz Anima. Und jedes Mal, wenn ich mich auf den Weg mache, ist da dieses Gefühl – irgendwie halb Aufregung, halb tiefes Durchatmen.

Der Kraftplatz Anima ist für mich kein Ort, an dem ich Urlaub mache. Er ist ein Ort, an dem ich ankommen darf. Immer wieder aufs neue. Ein Ort an dem ich nichts leisten, nichts zeigen, nichts erklären muss. Wo die Natur einfach da ist – und ich auch. Und wo das genug ist. Mehr als genug.
Ich glaube, jeder Mensch braucht so einen Ort. Einen Ort, der einen empfängt. Der nicht fordert. Der einfach ist. Für mich ist das Anima. Und ich lerne immer wieder, wie wichtig es ist, dorthin zurückzukehren – nicht weil ich muss, sondern weil es mich zu mir selbst zurückbringt.

Diese Reise ist keine Flucht. Sie ist eine Einladung. An mich selbst. Wieder hinzuhören, was wirklich wichtig ist. Was ich wirklich brauche. Und wer ich bin, wenn ich aufhöre, mich zu erklären.

Eine Begegnung, die ich nicht geplant habe – und die alles verändert

Anfang des Jahres habe ich jemanden kennengelernt. Eine Frau, die in mein Leben getreten ist, ohne dass ich damit gerechnet hätte. Und die seitdem täglich etwas in mir bewegt. Es gibt im Leben diese Begegnungen, bei denen man spürt: Da ist etwas. Nicht wie ein Urknall, nicht dramatisch. Einfach – stimmig.

Sie macht mich glücklich. Und das allein wäre schon mehr als genug. Aber es ist mehr als das. Sie inspiriert mich. Sie fordert mich heraus – auf die gute Art, auf die Art, die einen wachsen lässt, ohne dass man sich klein fühlt. Und sie bringt mich mir selbst näher. Einer Version von mir, die voller Liebe ist. Die ich so gar nicht kannte.

Das klingt vielleicht immens groß. Ist es auch. Und gleichzeitig passiert es ganz unspektakulär. In kleinen Momenten. In Gesprächen, die irgendwie immer genau dort landen, wo es wichtig ist. In einer Nähe, die sich anfühlt, als kennen wir uns schon viel länger.

Zeit ist relativ – manche Menschen kennt man, bevor man sie kennt

Es gibt dieses Phänomen: Man lernt jemanden kennen und fühlt, als würde man ihn schon Jahre kennen. Als wäre die Verbindung nicht neu, sondern vertraut. Erinnernd. Als hätte man nur kurz aufeinander gewartet.

Ich glaube, das ist kein Zufall. Ich glaube, das Leben fügt zusammen, was zusammengehört. Nicht immer im richtigen Moment aus unserer Sicht. Nicht immer in der Form, die wir erwartet haben. Aber wenn wir offen sind – wenn wir aufhören zu suchen und anfangen zu empfangen – dann kommt, was bestimmt ist.

Das ist eine der tiefsten Lektionen, die ich immer wieder lerne: Das Leben entwickelt sich so, wie es bestimmt ist. Zeit spielt dabei eine andere Rolle als wir denken. Was wirklich zusammengehört, findet sich. Auch wenn man nicht damit rechnet. Gerade dann.

Was das mit meiner Arbeit und meiner Berufung zu tun hat

Ich begleite Menschen in Übergängen. In Momenten, in denen das Alte nicht mehr passt und das Neue noch nicht greifbar ist. Und was ich dabei immer wieder erlebe – bei anderen, aber genauso bei mir selbst – ist Folgendes: Die Verbindung zu dem, was uns wirklich bewegt, entsteht nicht im Kopf. Sie entsteht im Fühlen.

Was ich gerade privat erlebe, ist dasselbe, was ich in meiner Arbeit immer wieder als Einladung formulieren darf. Das ist kein Zufall. Berührung – echte Berührung, die etwas in Menschen auslöst – funktioniert nur dann, wenn man selbst bereit ist, sich berühren zu lassen. Zu zeigen, wie man sich einer echten Veränderung hingibt – funktioniert nur dann, wenn man sich selbst Veränderungen hingibt. Wenn man nicht hinter Konzepten oder Formaten versteckt ist, sondern wirklich da. Wirklich präsent.

Meine Freundin zeigt mir das gerade sehr konkret. Sie fordert mich heraus, präsenter zu sein. Mehr zu fühlen, weniger zu erklären. Und diese Herausforderung fließt direkt in das ein, was ich tue. Wer ich bin, wie ich liebe, wie ich lebe – das ist nicht getrennt von meiner Berufung. Es ist der Kern davon.

Das zu erkennen, und noch mehr: das zu leben, ist das Mutigste, was ich gerade tue. Und gleichzeitig das Stimmigste, das ich je gefühlt habe.

Es darf auch leicht gehen – das war neu für mich

Ich habe lange – nicht bewusst, aber in meinen Mustern – geglaubt, dass Gutes sich verdient werden muss. Dass echte Verbindung Arbeit bedeutet. Dass es anstrengend sein muss, wenn es wirklich zählt.

Stimmt nicht. Es darf auch leicht gehen. Und das ist vielleicht die Überzeugung, die mich am meisten Kraft gekostet hat, loszulassen. Etwas Sterben so gefühlt.

Leicht bedeutet nicht oberflächlich. Leicht bedeutet nicht egal. Es bedeutet: ohne Kämpfen. Ohne Drama. Ohne das Gefühl, sich etwas beweisen zu müssen. Echtes fühlt sich klar an. Ruhig. Richtig. Wie Ankommen, nachdem man lange unterwegs war.

Das erlebe ich gerade. Privat. Und je mehr ich es zulasse, desto mehr spiegelt es sich in allem wider – in meiner Arbeit, in meinen Entscheidungen, in dem, was ich in die Welt bringe. Leichtigkeit ist keine Naivität. Sie ist die Frucht von echtem Vertrauen. Ein Mantra, das mich gerade begleitet.

Was ich dir mitgeben möchte – falls dich das hier berührt

Ich teile das nicht, um zu zeigen, wie schön das Leben gerade ist. Ich teile es, weil ich glaube: Was ich gerade erlebe, kennt etwas in dir auch.

Dieses Sehnen nach Begegnungen, die wirklich tragen. Nach einem Leben, das sich nicht erklären muss, sondern fühlt. Nach der Erlaubnis, still zu sein – ohne dafür weniger zu sein. Nach dem Vertrauen, dass das, was für uns bestimmt ist, auch kommt.
Du musst nicht kämpfen, um es herzurufen. Du musst nicht performen, damit es bleibt. Du musst nur offen sein. Offen genug, um es zu erkennen, wenn es anklopft.

Das Leben fügt sich. Auch wenn man nicht damit rechnet.

Danke, dass du hier bist.
In deiner Wahrheit. In deinem Mut. In deinem Werden.
Mit Liebe,
Juliane, Gründerin von Shanima

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